Tourbillon
Eine von Abraham-Louis Breguet im Jahr 1795 erfundene Komplikation, bei der die Hemmung und die Unruh in einem rotierenden Käfig montiert sind, wodurch die durch die Schwerkraft verursachten Positionsfehler ausgeglichen werden.
Ein Tourbillon ist eine Komplikation, bei der die Hemmung und die Unruh einer Uhr in einem rotierenden Käfig gelagert sind. Der Käfig vollführt in der Regel eine Umdrehung pro Minute und gleicht so die Positionsfehler aus, die durch die Schwerkraft auf das Regulierorgan entstehen.
Warum sie erfunden wurde
Abraham-Louis Breguet ließ das Tourbillon 1801 patentieren (mit einer früheren Entwicklung von 1795). Taschenuhren verbrachten die meiste Zeit in vertikaler Ausrichtung in einer Westentasche. Die Schwerkraft, die gleichmäßig auf die Unruh wirkte, führte zu Gangfehlern, die je nach Position variierten. Der rotierende Käfig durchlief jede vertikale Position einmal pro Minute, wodurch der Gravitationseffekt statistisch gemittelt wurde.
Warum sie bestehen bleibt
Armbanduhren sitzen nicht in einer einzigen Position, wie es bei Taschenuhren der Fall war. Daher ist das ursprüngliche Problem, das das Tourbillon gelöst hat, bei modernen mechanischen Uhren weitgehend hinfällig. Die Komplikation wird aus mehreren Gründen weiterhin produziert:
- Handwerkliches Signal. Ein Tourbillon gehört zu den Komplikationen, die am schwierigsten herzustellen und auf hohem Niveau zu beenden sind.
- Visuelles Interesse. Der Drehkäfig ist durch ein Fenster im Zifferblatt sichtbar und sorgt für eine konstante Bewegung.
- Marketing-Tradition. Hochwertige Marken (Patek Philippe, Audemars Piguet, A. Lange & Söhne, Greubel Forsey) pflegen die Tourbillon-Produktion als Teil ihrer Identität.
Varianten
- Fliegendes Tourbillon: Der Käfig wird nur von unten gestützt, so dass die Oberseite offen bleibt und die Rotation besser sichtbar ist.
- Mehrachsiges Tourbillon: Der Käfig dreht sich um zwei oder drei unabhängige Achsen (Greubel Forsey, Girard-Perregaux).
- Dreiachsige Tourbillons: die komplexeste Konfiguration, vor allem eine Demonstration der Handwerkskunst.
Preisliche Auswirkung
Ein Tourbillon vervielfacht den Preis einer Uhr um das 5- bis 100-fache im Vergleich zu einer entsprechenden Uhr ohne Tourbillon. Moderne Tourbillons der Einstiegsklasse beginnen bei etwa 40.000 €; das obere Ende der Kategorie liegt bei über 1 Million € pro Stück. Vintage-Tourbillons (1900-1960) sind Auktionsobjekte.
Verwandt: chronograph, perpetual-calendar, patek-philippe.