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Servicing & Maintenance

COSC

Das Contrôle officiel suisse des chronomètres, das offizielle Schweizer Chronometer-Zertifizierungsinstitut. Prüft Werks-Ganggenauigkeit nach ISO 3159 und stellt Chronometer-Zertifikate aus, die als Qualitätsmerkmal auf dem Zifferblatt erscheinen.

COSC (Contrôle officiel suisse des chronomètres) ist das offizielle Schweizer Chronometer-Zertifizierungsinstitut. 1973 gegründet, mit Sitz in Le Locle, prüft es Uhrwerke nach der ISO-3159-Chronometer-Norm und stellt Zertifikate aus, die Manufakturen als Qualitätsmerkmal auf dem Zifferblatt verwenden („Superlative Chronometer", „Officially Certified Chronometer").

Was COSC zertifiziert

Die COSC-Prüfung erfolgt ausschließlich am Werk, nicht an der fertigen Uhr. Jedes Werk wird 15 Tage lang unter kontrollierten Bedingungen geprüft:

  • Fünf Lagen (Zifferblatt oben, Zifferblatt unten, Krone links, Krone oben, Krone unten).
  • Drei Temperaturen (8°C, 23°C, 38°C).
  • Sieben Messkriterien, alle müssen bestanden werden.

Das zentrale Kriterium ist die mittlere tägliche Gangabweichung, die für ein chronometer-zertifiziertes mechanisches Werk zwischen -4 und +6 Sekunden pro Tag liegen muss. Weitere Kriterien sind Lagenabweichung, Isochronismus und Temperaturabhängigkeit des Gangs.

Ein bestandenes Werk erhält ein nummeriertes Chronometer-Zertifikat. Die Manufaktur baut das Werk typischerweise in eine Uhr und fügt den Zusatz „Chronometer" auf dem Zifferblatt an.

Marken, die COSC nutzen

  • Rolex schickt jedes mechanische Werk durch COSC. Der Zifferblatt-Text „Officially Certified Chronometer" ist universal bei Rolex. Rolex führt anschließend eine eigene zusätzliche Im-Gehäuse-Prüfung durch („Superlative Chronometer, Officially Certified" seit 2015), die strenger ist als die reine COSC-Prüfung (-2 bis +2 Sekunden pro Tag im Gehäuse).
  • Omega zertifiziert die meisten modernen Werke über COSC plus den eigenen METAS-Master-Chronometer-Prozess bei aktuellen Sport-Uhren.
  • Breitling, Tudor, Panerai, TAG Heuer und viele andere Schweizer Marken zertifizieren ausgewählte Referenzen routinemäßig per COSC.

Patek Philippe, Audemars Piguet und Vacheron Constantin führen eigene Inhouse-Zertifizierungen, statt COSC zu nutzen.

Was COSC NICHT prüft

  • Die fertige Uhr. Nur das nackte Werk. Im Gehäuse kann die Ganggenauigkeit von der Werkbankprüfung abweichen.
  • Wasserdichtigkeit. Separate Prüfung durch die Manufaktur.
  • Gangreserve.
  • Stoßfestigkeit.
  • Langzeit-Zuverlässigkeit. Das 15-Tage-Fenster ist kurz.

Praxisrelevanz für Händler

Bei modernen Uhren ist die COSC-Zertifizierung ein Qualitätssignal, aber selten ein eigenständiger Preisfaktor — die meisten Premium-Marken zertifizieren routinemäßig, wodurch sie de facto Basislinie ist. Relevant wird es:

  • Vintage-Referenzen mit COSC-Zertifikaten (1970er, 1980er) tragen zusätzlichen Provenienz-Wert, weil das Zertifikat als Dokument zur Uhr gehört.
  • Nicht-COSC mechanische Referenzen bei einer üblicherweise zertifizierenden Marke werfen Fragen auf: Wurde das Werk im Service getauscht oder ist es eine Nicht-Chronometer-Variante?
  • COSC-Papiere gehören zum Full Set, wenn die Uhr ursprünglich mit einem geliefert wurde.

Verwandt: master-chronometer, caliber, water-resistance, manufaktur-service.

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