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Market & Pricing

Graumarkt

Der Markt für neue Uhren, die außerhalb des autorisierten Händlernetzes der Manufaktur verkauft werden, typischerweise oberhalb des UVP. Unterscheidet sich vom Sekundärmarkt durch die Tatsache, dass die Uhren neu sind, und vom Schwarzmarkt durch legitime Bezugsquellen.

Der Graumarkt (international Grey Market) ist der Markt für neue Uhren, die außerhalb des autorisierten Händlernetzes der Manufaktur verkauft werden. Die Uhren sind echt und ungetragen, der Verkäufer ist jedoch kein autorisierter Händler.

Wie Graumarkt-Händler Uhren beschaffen

Drei Hauptpipelines:

  • Sofort wiederverkaufte Kundenzuteilungen, oft beschrieben als Flipping. Ein gut vernetzter AD-Kunde erhält eine Zuteilung zum UVP und verkauft sie mit Aufschlag an einen Graumarkt-Händler weiter.
  • Grenzüberschreitende Arbitrage. Ein Händler in einem Markt mit lockererer Zuteilung kauft zum UVP und versendet in einen Markt, in dem die gleiche Referenz schwerer zu bekommen ist. Wechselkursbewegungen verstärken diesen Handel.
  • Volumenboni für autorisierte Händler. Manche autorisierte Händler verkaufen einen Teil ihrer Zuteilung großhandelsmäßig an Graumarkt-Konten, um Volumenziele zu erreichen, und buchen den AD-zum-Endkunden-Verkauf als Papier-Transaktion.

In allen drei Fällen verlässt die Uhr das AD-Netz legitim. Der Graumarkt handelt nicht mit Fälschungen oder Hehlerware.

Warum Marken den Graumarkt bekämpfen

Die Markenpolitik ist einheitlich ablehnend:

  • Preiskontrolle. Graumarkt-Händler bepreisen oberhalb des UVP bei verknappter Versorgung, was der Markenerzählung „der UVP ist der Preis" widerspricht.
  • Verzerrte Zuteilung. Zuteilungen, die für einzelne Sammler gedacht sind, werden in den kommerziellen Wiederverkauf umgeleitet.
  • Umgehene Garantie. Über den Graumarkt verkaufte Uhren tragen die ursprüngliche AD-Garantie, aber die Beziehung des ADs zum Endkunden ist unterbrochen.

Einige Marken (Patek Philippe, Rolex) entziehen die AD-Akkreditierung, wenn nachgewiesener Graumarkt-Bezug dokumentiert wird. Andere (Audemars Piguet) tolerieren ein gewisses Maß an Graumarkt-Aktivität.

Praktische Realität für Händler

Der Graumarkt ist die sichtbare Wirtschaft für gefragte Referenzen. Ein kleiner Händler ohne AD-Zuteilungen bezieht zwangsläufig vom Graumarkt. Die Einkaufspreise liegen über dem UVP, also liegen auch die Endkundenpreise über dem UVP — manchmal deutlich. Diese Preisbildung ist der Grund, warum Sekundärmarkt und Graumarkt bei gefragten, aktuell produzierten Referenzen auf ähnliche Preise konvergieren.

Verwandt: authorized-dealer, secondary-market, premium, flipping.

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