Aufschlag (Premium)
Der Betrag, um den der Sekundärmarktpreis einer Uhr ihren UVP übersteigt. In absoluten Zahlen (2.000 Euro Aufschlag) oder als Multiplikator (1,4-facher UVP) angegeben. Zeigt eine Nachfrage an, die das Hersteller-Angebot übersteigt.
Ein Aufschlag (international Premium) ist die Differenz zwischen dem Sekundärmarktpreis einer Uhr und ihrem UVP. Eine Rolex Daytona 126500LN mit deutschem UVP um 15.000 Euro, die zu 25.000 Euro gehandelt wird, trägt einen Aufschlag von 10.000 Euro (66 Prozent).
Wann Aufschläge entstehen
Aufschläge entstehen, wenn die Nachfrage nach einer Referenz strukturell das Angebot zum UVP übersteigt. Die Standard-Voraussetzungen:
- Strenge Zuteilung durch die Manufaktur, die die meisten Endkunden vom UVP-Kauf ausschließt.
- Sichtbarer kultureller Status, der Nachfrage jenseits der Sammlerkreise antreibt (Geschenkkäufe, Status-Signal).
- Produktionsgrenzen (Gehäuse-Finishing-Kapazität, Montagezeit der Uhrwerke), die das maximale Volumen begrenzen, selbst wenn die Nachfrage wächst.
Die Referenzen mit konstantem Aufschlag im aktuellen Markt: Stahl-Sport-Rolex (Submariner, Daytona, GMT-Master II), Patek Philippe Nautilus und Aquanaut, Audemars Piguet Royal Oak in Stahl, ausgewählte limitierte Lange- und Vacheron-Stücke.
Wie sich Aufschläge bewegen
Die Höhe der Aufschläge ist nicht stabil. Treiber der Veränderung:
- Zuteilungspolitik der Marke. Eine Lockerung der Rolex-Zuteilung Anfang 2024 reduzierte die Daytona-Aufschläge um rund 20 Prozent.
- Makroökonomische Liquidität. Stahl-Sport-Rolex-Aufschläge fielen zwischen Q1 2022 und Q2 2023 um 30 bis 50 Prozent, als Krypto- und Tech-Vermögen schrumpften.
- Abkündigung. Der Patek-5711-Aufschlag verdreifachte sich in den Monaten nach der Einstellung 2022.
- Neue Referenzen, die eine begrenzte Referenz teilweise ersetzen, können den Aufschlag der älteren Referenz drücken.
Aufschläge in Inseraten bepreisen
Aufschlagspreise werden gegen den aktuellen Sekundärmarktpreis gesetzt, nicht gegen eine Kostenaufschlagsrechnung. Ein Händler, der eine aufschlagsgängige Referenz für, sagen wir, 22.000 Euro aus einem Kundenflip übernimmt, listet bei 24.000 bis 26.000 Euro, basierend auf vergleichbaren Chrono24-Inseraten, nicht auf 15.000 Euro UVP plus fester Marge.
Für die Disziplin der Kapitalbindungskosten verfolgen Händler die Aufschlagsentwicklung wöchentlich. Ein sinkender Aufschlag bedeutet, dass jede weitere Woche im Lager mehr Kapitalkosten kostet.
Verwandt: retail-price, secondary-market, grey-market, hype-watch.