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Jaeger-LeCoultre

Schweizer Manufaktur, 1833 in Le Sentier im Vallée de Joux gegründet. Eine der vollständigsten Inhouse-Manufakturen der Schweizer Uhrmacherkunst, historisch Werks-Lieferant für Audemars Piguet, Patek Philippe, IWC und Vacheron Constantin. Seit 2000 im Besitz von Richemont.

Jaeger-LeCoultre (JLC) ist eine Schweizer Manufaktur, 1833 von Antoine LeCoultre in Le Sentier im Vallée de Joux gegründet. Der heutige Doppelname geht auf die Zusammenarbeit von Jacques-David LeCoultre mit dem Pariser Chronographenspezialisten Edmond Jaeger im Jahr 1937 zurück. JLC gehört seit 2000 zu Richemont.

Warum JLC strukturell wichtig ist

JLC zählt zu den vertikalsten Manufakturen der Schweizer Uhrmacherei — historisch über 180 Inhouse-Kaliber, darunter einige der kompliziertesten mechanischen Werke überhaupt. Über die eigene Marke hinaus hat JLC Werke geliefert an:

  • Audemars Piguet (Vintage und einige spätere Komplikationen).
  • Patek Philippe (Werke vor Pateks vollständigem Inhouse-Übergang).
  • IWC (Chronograph- und Komplikations-Ebauches).
  • Vacheron Constantin (vergleichbare historische Liefer-Beziehung).

Viele „Manufaktur"-Kaliber in Vintage-Schweizer-Uhren gehen auf JLC-Werke zurück, die nachbearbeitet und umgelabelt wurden.

Ikonische Kollektionen

  • Reverso: rechteckiges Art-Déco-Gehäuse mit Schwenk-Mechanismus, ursprünglich 1931 für Polospieler entworfen. Bis heute in Produktion mit Erweiterungen wie Reverso Tribute, Reverso One, Reverso Hybris Mechanica.
  • Master Control / Master Ultra Thin: runde Kleideruhren mit Inhouse-Werken. Die Master Ultra Thin ist der moderne Calatrava-Konkurrent im JLC-Programm.
  • Polaris: 2018 wiederbelebte Sport-Luxus-Linie mit Taucher-, Chronograph- und GMT-Varianten.
  • Duometre: komplizierte Werke mit doppelter Unruh und getrennten Antriebssträngen.
  • Atmos: Uhr, die aus atmosphärischen Druckschwankungen läuft; zeremonielles und repräsentatives Präsentationsstück.
  • Hybris Mechanica: Höchstkomplikationen; die Hybris Mechanica à Grande Sonnerie vereint 26 Komplikationen.

Marktposition

JLC steht in einer schwierigen Marktposition. Technisch und historisch rangiert sie auf Augenhöhe mit Patek, AP und VC. Markenseitig handelt sie deutlich darunter. Eine Reverso in Stahl kostet im Einzelhandel rund die Hälfte einer vergleichbaren Calatrava und wird am Sekundärmarkt mit zusätzlichem Abschlag gehandelt, weil sich der Aufschlag auf das Patek/AP/Rolex-Niveau konzentriert.

Für Sammler, denen mechanischer Gehalt wichtiger ist als Markenprestige, bietet JLC einen der besten Werte in der Schweizer Uhrmacherkunst. Für Händler hat JLC-Bestand typischerweise langsameren Umschlag als die gehypten Marken, aber stabilere Margen, mit geringerer Exposition gegenüber Kompressionen im Hype-Watch-Zyklus.

Bemerkenswerte Referenzen:

  • Reverso Tribute Monoface (Q397.84.20): 45,6 × 27,4 mm, Handaufzug-Kaliber 822, aktueller Kleideruhr-Maßstab.
  • Master Ultra Thin Moon 39 (Q1368420): 39 mm, Automatikkaliber 925, Mondphase.
  • Polaris Date (Q9038180): 42 mm Sport-Luxus, Automatik.
  • Reverso Hybris Mechanica Calibre 185: 11-Achsen-Werk, mehrere Komplikationen über ein Quadranten-Layout mit vier Zifferblättern.

Verwandt: reverso, audemars-piguet, patek-philippe, vacheron-constantin.

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