Garantiekarte
Das Hersteller-Dokument, das Referenznummer, Seriennummer, Händlernamen und Datum des Erstverkaufs festhält. Das wichtigste Provenienz-Dokument moderner Uhren.
Die Garantiekarte (international Warranty Card; Patek Philippe Origin; Cartier Certificat de Garantie) ist das Hersteller-Dokument, das den Erstverkauf einer Uhr festhält. Bei modernen Uhren ist sie das wichtigste Provenienz-Dokument.
Was die Garantiekarte festhält
Eine vollständige Karte enthält:
- Referenznummer des konkreten Modells.
- Seriennummer, einzigartig pro Uhr.
- Werkummer bei Marken, die sie separat drucken (Patek Philippe).
- Händlername und -ort (der autorisierte Händler, der den Verkauf abgewickelt hat).
- Verkaufsdatum als Stempel oder Aufdruck.
- Unterschriftsfeld des Eigentümers (in der Praxis oft leer).
Moderne Karten von Rolex, Patek Philippe und AP haben Kreditkartengröße aus Kunststoff mit integrierten Sicherheitsmerkmalen (Mikrodruck, Hologramme). Vintage-Karten sind Papier oder festerer Karton mit geprägten Siegeln.
Warum die Karte Wert trägt
Die Karte ist die nachvollziehbare Brücke zwischen Uhr und Herstellerunterlagen:
- Hilfsmittel zur Echtheitsprüfung. Eine echte Karte mit korrektem Druck und bekanntem Händlerstempel bestätigt die Uhr als regulär über das AD-Netz verkauft.
- Epochen-Anker. Eine datierte Karte fixiert das Produktionsfenster der Referenz.
- Provenienz-Schritt. Händlername plus Datum ist ein Punkt im Papier-Trail, der in einigen Fällen mit dem Hersteller abgleichbar ist.
- Wiederverkaufs-Hebel. Box and Papers-Status setzt die Karte voraus. Ohne sie fällt die Uhr auf Single Watch.
Karten-Fälschungen
Gefälschte Karten existieren in Qualitätsstufen parallel zu gefälschten Uhren:
- Grobe Karten mit falschen Schriften, falschen Händlerformaten, fehlenden Sicherheitsmerkmalen.
- Qualitäts-Fälschungen, die optisch durchgehen, aber unter UV und Vergrößerung scheitern.
- Recycelte echte Karten einer anderen Referenz, mit dem Versuch, sie an eine nicht passende Uhr anzulegen.
Verifikation bei hochwertigen Transaktionen:
- Seriennummer abgleichen mit dem Uhrengehäuse.
- UV-Inspektion auf Sicherheitsdruck.
- Händlername prüfen gegen die Liste autorisierter Händler des Herstellers zum gedruckten Datum.
- Direkte Verifikation beim Hersteller, wenn die Karte aktuell ist (Rolex, Patek, AP können manche Karten schriftlich bestätigen oder verneinen).
Digitale Karten
Rolex stellte 2020 auf digitale Garantiekarten um. Patek Philippe hat die physische Origin-Karte beibehalten. Audemars Piguet nutzt je nach Boutique beides. Digitale Karten tragen langfristig denselben Provenienzwert, manche Sammler ziehen aus nostalgischen Gründen gegenüber den älteren Druckkarten dennoch einen leichten Abschlag ab.
Verwandt: box-and-papers, provenance, full-set, authorized-dealer.