Eingestellt (Discontinued)
Eine Referenz, deren Produktion die Manufaktur beendet hat. Die Einstellung hebt in der Regel den Sekundärmarktpreis, weil das Angebot fixiert wird, während die Nachfrage bestehen bleibt oder wächst.
Eine eingestellte Referenz (international Discontinued) ist eine, deren Produktion die Manufaktur formal beendet hat. Sobald die Einstellung in Kraft tritt, kommen keine neuen Einheiten mehr auf den Markt. Das Angebot ist auf die Stückzahl fixiert, die über die Lebenszeit der Referenz produziert wurde, abzüglich Verlusten durch Diebstahl, Schäden und unreparable Defekte.
Warum Einstellungen meist die Preise heben
Drei Kräfte wirken nach einer Einstellungsankündigung:
- Fixiertes Angebot trifft auf bestehende Nachfrage. War die Referenz bereits beliebt, steigen die Preise, sobald künftige Zuteilung wegfällt.
- Sammler-Vervollständigung. Sets werden schwerer zusammenzustellen. Completists zahlen Aufschläge für die letzte fehlende Referenz.
- Spekulationskäufe. Händler und Flipper kaufen im Vorgriff auf erwartete Preisgewinne und beschleunigen den Anstieg.
Der deutlichste jüngere Fall: Patek Philippe Nautilus 5711/1A wurde 2022 eingestellt; die Referenz wanderte vom UVP um 35.000 Euro innerhalb weniger Monate auf Sekundärmarktpreise von 120.000 bis 180.000 Euro. Die Tiffany-Zifferblatt-5711 erzielte über 1 Million Euro auf Auktionen.
Nicht jede Einstellung erzeugt einen Aufschlag
Eingestellte Referenzen ohne starke bestehende Nachfrage hören schlicht auf, zum UVP gehandelt zu werden, und finden einen Markträumungspreis, der dem tatsächlichen Endkundenwunsch entspricht. Weniger ikonische Cartier- und IWC-Einstellungen räumen sich oft jahrelang nach Ankündigung zum UVP oder darunter.
Das Muster: Einstellung verstärkt das bestehende Angebot-Nachfrage-Verhältnis. Heiß wird heißer; ungeliebt bleibt ungeliebt.
Wie Händler Einstellungen verfolgen
Manufakturankündigungen während Watches and Wonders (jeweils im April) enthalten nicht nur neue Referenzen, sondern auch die ausgelaufenen, manchmal explizit benannt. Manche Einstellungen werden aus Katalog-Schweigen abgeleitet (eine Referenz verschwindet leise aus der Preisliste).
Händler führen „Eingestellt in 20XX"-Listen für ihre Kernmarken. Wiederverkaufspreis-Verfolgung gegen diese Listen fließt in Bestandsentscheidungen ein: Eine kürzlich eingestellte Referenz aus den Produktionsserien wird in der Regel länger gehalten als eine aktuelle Referenz, weil die erwartete Wertsteigerung steiler verläuft.
Verwandt: secondary-market, premium, retail-price, hype-watch.