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Hemmung (Escapement)

Die Baugruppe eines mechanischen Werks, die Energie aus der Zugfeder in regelmäßigen Impulsen auf die Unruh überträgt und so die Ganggenauigkeit steuert. Die Schweizer Ankerhemmung ist Standard; die Co-Axial-Hemmung ist die moderne Omega-Alternative.

Die Hemmung (international Escapement) ist die Baugruppe eines mechanischen Werks, die Energie aus der Zugfeder in regelmäßigen Impulsen auf die Unruh überträgt. Sie bestimmt, wie häufig und wie präzise die Unruh schwingt — und damit die Ganggenauigkeit der Uhr.

Schweizer Ankerhemmung

Die im frühen 19. Jahrhundert verfeinerte Schweizer Ankerhemmung ist in nahezu jeder heute produzierten mechanischen Armbanduhr verbaut. Komponenten:

  • Hemmrad. Ein gezahntes Rad, das vom Räderwerk unter Zugfeder-Energie gedreht wird.
  • Anker (Pallet Fork). Ein schwenkbarer Arm mit zwei Paletten aus Rubin, die abwechselnd die Hemmradzähne fangen und freigeben.
  • Impulsrubin auf der Unruh. Empfängt den Energie-Impuls vom Anker und überträgt ihn auf die Unruh.

Jede Schwingung der Unruh lässt das Hemmrad um einen Zahn weiterspringen und erzeugt das charakteristische Tickgeräusch. Bei 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (gängige moderne Frequenz) tickt die Uhr achtmal pro Sekunde.

Die Ankerhemmung ist mechanisch einfach, robust und gut erforscht. Ihre Grenze ist die Gleitreibung zwischen Paletten und Hemmradzähnen, die Schmierung benötigt und sich mit alternden Ölen verschlechtert.

Co-Axial-Hemmung

Die von George Daniels erfundene und 1999 von Omega übernommene Co-Axial-Hemmung (modernes Kaliber 2500 und Folgegenerationen) ersetzt Gleitreibung durch radiale Impulse. Zweistufiges Hemmrad, zwei Impulskontakte je Schwingung, deutlich weniger Gleitkontakt.

Folgen:

  • Geringere Schmier-Abhängigkeit. Co-Axial-Werke halten zwischen Services länger genau.
  • Längere Serviceintervalle. Omega gibt 8 bis 10 Jahre an, gegenüber 4 bis 6 Jahren bei klassischen Ankerwerken.
  • Anderer Klang. Etwas höherer Ton, etwas weniger „lebhaft".

Co-Axial findet sich in fast allen modernen mechanischen Omega-Referenzen und einigen unabhängigen Stücken in George-Daniels-Tradition. Rolex, Patek Philippe, AP und Vacheron haben sie nicht übernommen und setzen weiter auf optimierte Anker-Designs.

Weitere Hemmungen

  • Detent- / Chronometer-Hemmung. Historisch in Marine-Chronometern eingesetzt. Sehr genau, aber stoßempfindlich; in Armbanduhren selten.
  • Spring-Detent / Konstantkraft-Hemmung. Lange und Greubel Forsey haben Armbanduhren-Versionen produziert; komplex und selten.
  • Heuschrecken-Hemmung (Harrison-Stil). Von Roger Smith und anderen rekonstruiert; historisch und didaktisch, kommerziell unbedeutend.

Warum die Hemmung für den Wert zählt

  • Co-Axial ist ein spürbares Verkaufsargument für moderne Omega und schlägt sich im Preis nieder (5 bis 10 Prozent Aufschlag gegenüber vergleichbaren Anker-Werken derselben Markenstufe).
  • Originale Hemmung versus servicegetauschte Hemmung ist gelegentlich ein Vintage-Echtheits-Thema. Servicecenter ersetzen abgenutzte Paletten oder Hemmräder routinemäßig; dokumentierte Servicearbeit ist normal, nicht offengelegter Tausch ist ein Frankenwatch-Signal.
  • Konstantkraft- oder Spezial-Hemmungen in der unabhängigen Uhrmacherkunst (FP Journe, Lange) erzielen erhebliche Sammler-Aufschläge für sich allein.

Verwandt: caliber, balance-wheel, hairspring, mainspring.

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