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Zugfeder (Mainspring)

Die im Federhaus aufgewickelte Feder eines mechanischen Werks, die die Energie zum Antrieb des Räderwerks speichert. Die Gangreserve hängt von Länge, Breite und Material der Zugfeder ab; der Verschleiß ist eine der häufigsten Service-Tauschpositionen.

Die Zugfeder (international Mainspring) ist die aufgerollte Feder im Federhaus eines mechanischen Werks, die die Energie zum Antrieb des Räderwerks speichert. Wird die Uhr aufgezogen, wird die Zugfeder fester um den Federwellenkern gewickelt; beim Entspannen treibt die gespeicherte Spannung das Räderwerk über die Hemmung an und bewegt die Zeiger.

Wie die Zugfeder Energie liefert

Eine voll gespannte Zugfeder drückt am stärksten und verliert allmählich an Drehmoment. Zwei Strategien begegnen dem:

  • Sperrmechanismus (Stopwork). Mechanismus, der das vollständige Entspannen der Zugfeder in den schwächsten Bereich verhindert und das Überaufziehen in den höchsten Bereich unterbindet. In Vintage-Werken verbreitet; in modernen Automatikwerken durch Rutschbügel ersetzt.
  • Rutschbügel (moderne Automatik). In Automatikwerken eingesetzt; das äußere Ende der Feder rutscht an der Federhauswand, wenn das Werk überaufgezogen wird. Verhindert Schäden und erlaubt kontinuierliches Aufziehen durch den Rotor.

Der „nutzbare" Drehmomentbereich liegt typischerweise im mittleren 60 bis 80 Prozent des aufgezogenen Zustands; die höchsten und niedrigsten Spannungsbereiche erzeugen unstetigen Gang.

Gangreserve

Die Dauer der Gangreserve hängt ab von:

  • Federlänge. Längere Feder → mehr Umdrehungen gespeicherter Energie.
  • Federbreite und -dicke. Größere Feder → mehr Energie pro Umdrehung.
  • Mehrere Federhäuser. Einige Werke (Patek Philippe 240 PS, Lange L901) haben zwei oder drei Zugfedern in parallelen Federhäusern für längere Reserve.
  • Werkseffizienz. Geringere Reibung im Räderwerk und in der Hemmung verlängert die nutzbare Reserve.

Typische Gangreserven:

  • 38-42 Stunden — verbreitet in einfachen ETA- und Sellita-basierten Werken.
  • 48-50 Stunden — moderne Rolex und die meisten zeitgenössischen Inhouse-Kaliber.
  • 70-80 Stunden — moderne Lang-Reserve-Werke (Tudor MT-Kaliber, Omega-Master-Chronometer-Familie).
  • 8 Tage — Panerai P.5000-Serie, einige spezialisierte Lang-Reserve-Werke.

Material und Lebensdauer

Moderne Zugfedern bestehen aus speziellen Legierungen:

  • Kohlenstoffstahl (traditionell, vor 1970). Häufiger Tausch nötig; anfällig für „Setzen" (dauerhafte Krümmung, die die Leistung mindert).
  • Moderne Legierungs-Federn (Nivaflex und Vergleichbares). Setzresistent, längere Lebensdauer. Standard in zeitgenössischen Uhren.

Eine verschlissene Zugfeder zeigt sich typischerweise als deutlich reduzierte Gangreserve (etwa ein 48-Stunden-Werk, das nur noch 30 Stunden läuft) oder als unstete Gangrate zwischen voll und teilweise aufgezogenen Zuständen.

Service-Auswirkungen

Der Zugfeder-Tausch ist Standard im Manufaktur-Service:

  • Bei jedem regulären Serviceintervall (5 bis 7 Jahre bei klassischen Werken, 8 bis 10 Jahre bei modernen Lang-Lebensdauer-Kalibern).
  • Bei deutlich abgesenkter Gangreserve unterhalb der Spezifikation.
  • Wenn die Feder sichtbar gesetzt ist (Uhrmacher prüft den entspannten Zustand).

Der Tausch ist bei aktuellen Werken einfach, sofern die OEM-Feder lagernd ist. Bei Vintage-Referenzen, bei denen die OEM-Zugfeder nicht mehr verfügbar ist, wählt der Uhrmacher die am besten passende Feder aus dem Lager — ein Vorgang, der subtile Gang-Verhalten-Änderungen bewirken kann.

Für Händler ist eine Uhr mit deutlich reduzierter Gangreserve ein „service-bedürftig"-Befund, kein Deal-Breaker. Die Kosten gehen in den Pre-Sale-Service ein oder werden dem Käufer offengelegt.

Verwandt: caliber, escapement, balance-wheel, manufaktur-service.

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