A. Lange & Söhne Lange 1
Flaggschiff-Referenz von A. Lange & Söhne, 1994 als Wiedergründungs-Stück eingeführt. Asymmetrisches, exzentrisches Zifferblatt, Großdatum inspiriert vom Semperoper-Großdatum in Dresden, Gangreserveanzeige und kleine Sekunde. Ein moderner sächsischer Design-Klassiker.
Die Lange 1 ist die Flaggschiff-Referenz von A. Lange & Söhne, 1994 als Wiedergründungs-Stück der Marke nach der deutschen Wiedervereinigung eingeführt. Entworfen von Günter Blümlein und Reinhard Meis, brach sie mit der Schweizer Design-Konvention durch ein asymmetrisches, exzentrisches Zifferblatt-Layout, das zu einem der unverwechselbarsten Uhrendesigns der Moderne wurde.
Zifferblatt-Layout
Das Markenzeichen der Lange 1 ist das asymmetrische, exzentrische Zifferblatt:
- Stunden und Minuten in einem Hilfszifferblatt oben links, exzentrisch angeordnet.
- Großdatum oben rechts — inspiriert von der berühmten Fünf-Minuten-Uhr in der Semperoper Dresden.
- Gangreserveanzeige (Auf/Ab) unten rechts, zeigt 72 Stunden Reserve.
- Kleine Sekunde als Hilfszifferblatt unten links.
Die Komposition bildet eine überschneidungsfreie Anordnung — jedes Element hat seinen klar abgegrenzten Platz, keine zwei Anzeigen belegen denselben Bereich. Mathematisch ungewöhnlich im Uhrendesign und eines der Elemente, das die Lange 1 sofort erkennbar macht.
Werk und Ausführung
Die ursprüngliche Lange 1 verwendet das Kaliber L901, ein Handaufzugswerk mit zwei Federhäusern für die 72-Stunden-Gangreserve. Sichtbare Merkmale:
- Dreiviertelplatine aus unbehandelter Neusilber-Legierung (Maillechort) — eine prägende Glashütter Tradition.
- Handgravierter Unruhkloben durch einen Inhouse-Spezialisten; jede Gravur signiert.
- Goldchatons mit gebläuten Schrauben halten die Lagersteine.
- Anglage (handabgekantete Kanten) an jeder sichtbaren Werkskomponente.
Das Niveau der Hand-Finissage zählt zum Höchsten in der seriengefertigten Luxusuhrmacherei und wird nur von Independents und Patek Philippes Grand Complications übertroffen.
Aktuelle Referenzen
- Lange 1 Referenz 191.039 (aktuell, 38,5 mm) — das zeitgenössische Flaggschiff.
- Lange 1 Daymatic — Automatik-Variante mit umgekehrtem Zifferblatt-Layout.
- Grand Lange 1 — 41-mm-Ausführung mit größerem Datum.
- Lange 1 Tourbillon Perpetual Calendar — Komplikation in Hybris-Qualität.
- Lange 1 Time Zone — Zweite Zeitzone mit rotierendem Städtering.
Warum die Lange 1 zählt
- Definiert moderne deutsche Uhrmacherkunst neben Glashütte Original. Die Lange 1 machte A. Lange & Söhne zu einem ernsthaften Konkurrenten von Patek und Vacheron im High-End.
- Sammlerbasis wird zunehmend aktiv. Vintage-Lange-1-Referenzen (Produktion der 1990er, besonders Gelbgold) gewinnen an Wert, weil die Marke kontrolliert produziert und insgesamt nur etwa 5.000 Uhren pro Jahr fertigt.
- Wertstabilität. Die Lange 1 hält ihren Wert besser als die meisten Nicht-Rolex-Tier-Mechanik-Uhren, weil das Angebot bereits in der Produktion begrenzt ist.
Marktposition
- Lange 1 Referenz 191.039 UVP in Roségold: rund 45.000 Euro. Gebraucht: 38.000 bis 42.000 Euro.
- Lange 1 Referenz 191.032 UVP in Weißgold: ähnlich.
- Vintage Lange 1 (Gelbgold-Produktion der 1990er): 25.000 bis 40.000 Euro je nach Zustand.
- Lange 1 in Platin: ab 60.000 Euro UVP, vergleichbarer Aufschlag im Gebrauchtmarkt.
Für Händler ist die Lange 1 ein langsam drehender hochmargiger Bestand, typischerweise für Sammler-Kundschaft gehalten und nicht für Flip-und-Geh-Geschäfte.
Verwandt: a-lange-sohne, datograph, calatrava, perpetual-calendar.